Faire Gemeinde

Im Sommer 2016 hat unsere Kirchengemeinde offiziell das Prädikat „Faire Gemeinde“ von ‚Brot für die Welt‘ erhalten. Damit gehören wir zu den ersten 10 Gemeinden in Württemberg, die diese Auszeichnung verliehen bekommen haben. Warum wollen wir „Faire Gemeinde“ sein? Und was bedeutet das konkret für die Arbeit in unserer Kirchengemeinde?

 

 

 

Unsere Motivation:

Gott hat den Menschen in 1. Mose 2, 15 den Auftrag gegeben, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Den ersten Teil des Auftrags, das Bebauen, erledigen wir Menschen hier auf der Erde mit Bravour; beim zweiten Teil, dem Bewahren, ist noch viel Luft nach oben. Daher haben sich die Gremien der Kirchengemeinde in Kemnat entschlossen, den Auftrag Gottes ernst zu nehmen, das eigene Handeln zu überdenken und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Den Titel „Faire Gemeinde” erreicht man nur, wenn bestimmte Standards eingehalten werden und man immer weiter auf dem Weg des fairen und ökologischen Handelns geht. Dazu zählen unter anderem:

  1. Fair einkaufen: Bei unseren Veranstaltungen wird fair gehandelter Kaffee und Tee ausgeschenkt. Außerdem kann jede Gruppe in unserer Gemeinde diese Produkte aus der „Fairen Kiste“ kaufen. Wir versuchen beim Einkaufen auf Waren mit dem  Fairtrade-Siegel zu achten oder Bioprodukte zu bevorzugen. Regional und saisonal einkaufen sind weitere Kriterien. In Kemnat haben wir beste Voraussetzungen für bewusstes Einkaufen. Wir können auf dem Bauernhof direkt beim Erzeuger einkaufen, haben Gemüsehändler vor Ort, die Bioprodukte anbieten, selbst unser Lebensmittelladen bietet eine Palette von Fairtrade-Produkten. Ostfildern ist Fairtrade-Stadt und  somit gibt es viele Möglichkeiten, in unserer nächsten Umgebung fair gehandelte Dinge zu erwerben. Beim Gemeindefest bieten wir faire Waren zum Kauf an. informieren über Hintergründe und hören Berichte von den Produzenten der “Einen Welt”.
  2. Senkung des Energieverbrauches mit Blick auf den Klimaschutz: Ein weiterer Standard ist es, den Energieverbrauch im Blick zu haben und wo immer möglich auch den Energieverbrauch zu senken. So haben wir durch eine effiziente Heizung und eine wohlüberlegte Steuerung den Gasverbrauch in den vergangenen 10 Jahren beinahe halbiert. Im Gemeindehaus werden nicht belegte Räume konsequent auch nicht geheizt. Energiesparlampen im Gemeindehaus bringen eine Stromersparnis von fast 30%. Eine kostengünstige Maßnahme ist der Türschließer im Foyer des Gemeindehauses. Dadurch kann auch der Windfang seiner Aufgabe gerecht werden. Im Kindergarten haben wir Maßnahmen zum Energiesparen (Kühlschränke!!!) vorgeschlagen.
  3. Müll vermeiden: Grundsätzlich sind wir bemüht Müll zu vermeiden. Bei unseren Veranstaltungen verwenden wir normales Geschirr und wir setzen bei Getränken auf Mehrwegflaschen, bevorzugt aus Glas.
  4. Ökostrom: Wir beziehen Strom zu 100 % aus regenerativen Quellen, zum größten Teil  aus Wasserkraftanlagen. Damit tragen wir zur Energiewende bei.

Unsere weiteren Schritte:

  • Verwendung von Recyclingpapier im Pfarrbüro und wenn möglich auch beim Gemeindebrief.
  • Wir kooperieren mit der katholischen Gemeinde und arbeiten mit beim neu gegründeten Verein “Eine Welt Ostfildern”.
  • Wir wollen in allen Bereichen immer besser werden und suchen weitere Mitdenker und  Mitstreiter. Unser Ziel ist auch Informationen weiterzugeben, Denkanstöße zu liefern und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und alle Kirchenmitglieder  von ökologischem und fairem  Handeln zu begeistern. Jede Person kann einen Beitrag dazu leisten, dass unsere Umwelt nicht weiter so stark belastet wird und auf unserer schönen Erde das Leben noch lange lebenswert bleibt. Gott, der Schöpfer hat uns so viel anvertraut. Aus Dankbarkeit wollen wir immer wieder “umkehren”, neue Wege suchen, um seine Schöpfung zu erhalten.

Einige Mitglieder des Umweltausschusses wurden zur Auszeichnung als „Faire Gemeinde“ interviewt. Den Link zu diesem Radio-Interview finden Sie auf der Homepage; www.kemnat-evangelisch.de