Kommentar: Europäische Union will bis 2050 klimaneutral sein

Europäische Union will bis 2050 klimaneutral sein

Die EU- Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen legt den Entwurf eines Klimagesetzes vor

Bis 2050 soll die EU klimaneutral werden. Das bedeute einen Umbau der Energieversorgung, der Industrie, des Verkehrs und der Landwirtschaft. Das scheine zunächst unmöglich, aber das bringe auch eine große Chance mit sich. Und weder Menschen noch Regionen sollen dabei im Stich gelassen werden. Riesige Geldmittel seien erforderlich. Dazu von der Leyen: „Lasst und daran denken, was es kosten würde, wenn wir nichts tun.“

Die Anzeichen für die Erderwärmung sind unübersehbar: Mit Beginn der industriellen Zeit steigende CO-2 Konzentrationen von 320 auf derzeit380 ppm , daraus folgend der Treibhauseffekt mit steigenden durchschnittlichen Oberflächentemperaturen.
Die Europäische Umweltagentur EEA (www.eea.europa.eu)nennt die Folgen der Erderwärmung :u.a. steigende Meeresspiegel mit Überflutungen von Städten wie London, Rotterdam, deutsche Nordseeküste, Zunahmen von Extremwetterlagen etc. Im Pariser Abkommen von 2015 haben deshalb fast 200 Staaten das Ziel formuliert, die Erwärmung unter 2 Grad zu halten.

Das Klima wandelt sich, das ist unbestritten, aber sind es nur Langzeitklimaschwankungen oder ist der Mensch beteiligt und wenn ja, in welchem Umfang? Einige sprechen von Klimaschwindel, negieren den menschlichen Anteil. Bei diesem Streit muß man nach den dahinterstehenden Interessen fragen. Es liegt nahe, dass die Erdöl- und Kohleindustrie den Anteil bestreiten und über Lobbyismus Einfluß nehmen.

Es stimmt, der Klimawandel ist ein komplexes Phänomen. Fachleute sprechen deshalb von Wahrscheinlichkeiten für das Eintreffen der Prognosen, allerdings von 90 %. Deshalb sind aus Vorsorgegründen Anpassungen notwendig. So schreibt der promovierte Meteorloge und engagierte Christ Ulrich Reuter: „Wir müssen gemeinsam gegensteuern“. [1], [2].

Gegensteuern bedeutet langfristiger Einstieg in eine CO-2 freie Wirtschaft. Manche plädieren deshalb für weitere Kernenergienutzung oder neue Reaktoren. So handelt Frankreich und hat so eine bessere CO-2 Bilanz als Deutschland. Aber zurück ist kein Weg.

Allerdings braucht die große Transformation Umsicht und Zeit. Sie muß nachhaltig sein, d.h. auch soziale und wirtschaftliche Dimensionen beinhalten, insbesondere die Arbeitsplätze bedenken. Die Ungeduld der Klimaaktivisten, besonders der Jugendlichen ist verständlich, aber Angst ist ein schlechter Ratgeber. Und der Anspruch, in „10 Minuten die Welt zu retten“ ist zu eindimensional. Wir brauchen neben der Vision eine gesellschaftliche Verständigung über die strittigen Wege zur nachhaltigen Entwicklung. Wie sieht z.B. ein globaler Interessenausgleich aus? Oder welchen Preis soll die Tonne CO-2 bekommen, damit sie eine Lenkungswirkung entfaltet?
Und da sind Christen und Kirchen gefragt, in der Vermittlung und auch Zeichen zu setzen im Wirtschaften und im Lebensstil. Nur ein Beispiel: Vor einiger Zeit regte ein Jugendlicher an, Bäume zu pflanzen. Er selbst begann damit. Mittlerweile sind ganze Wälder aufgewachsen, die CO-2 speichern.

Dr.rer.nat. Hans-Hermann Böhm

[1] Ulrich Reuter, Klimawandel, Hänssler, 2007
[2] Jörg Matschullat, Klimawandel-Klimaschwindel, Evangelium und Wissenschaft, 2019, Heft 1, S.2-17