Unsere Bartholomäuskirche

Unser Kirchenführer als PDF zum Download. Vortrag über die Geschichte des Neubaus zum Download

Die Kemnater Bartholomäuskirche ist der optische Mittelpunkt des Orts und mit ihrem markanten Kirchturm von weither sichtbar. Sie dient uns als Mittelpunkt des gottesdienstlichen und geistlichen Lebens. Seit September 2019 ist sie tagsüber geöffnet und lädt ein zur Besichtigung und zum Gebet. In einer Bücherecke kann man sich von verschiedenen Texten anregen lassen oder Kindern ein biblisches Bilderbuch vorlesen.

Mit großem Einsatz der Dorfbewohner und des Kirchengemeinderats wurde im November 1960 beschlossen, für die bereits erstellten Neubaupläne im Rahmen einer persönlichen Haussammlung Geld zu sammeln. Dabei kamen beachtliche 71.000 DM zusammen. So konnte Pfarrer und Ex-Dekan Karl-Eduard Berron, seit 1946 in Kemnat, den zunächst widerwilligen Oberkirchenrat überzeugen, den Bau zu genehmigen und Zuschüsse zu bewilligen. Am 31. März 1962 fand die Grundsteinlegung statt, am 3. Februar 1963 konnte die neue Kirche dann mit einem Festgottesdienst in Anwesenheit von Landesbischof Dr. Eichele offiziell eingeweiht werden.

Einzelheiten findet man im Vortrag von Prof. Andreas Papendieck aus dem Jahr 2013.

Besonders sehenswert sind die Kirchenfenster von Wolf-Dieter Kohler. Seine weiteren Werke sind in einem Wikipedia-Eintrag schön aufgelistet.

 

 

 

Bilder vom Erntedankaltar 2019 findet man auf dieser Seite.   

Die Vorgängerkirchen

Die 1961 abgerissene Vorgängerkirche

Die 1961 abgerissene Vorgängerkirche

Der Altar

Der Altar

Die frühere Kanzel

Die erste Kemnater Kirche wurde vor 1236 erbaut, weil in diesem Jahr zum ersten Mal ein Ortsgeistlicher erwähnt wird. 1449 wurde die damalige Kemnater Kirche im Städtekrieg zerstört und erst zwischen 1463 und 1468 wieder aufgebaut. Das Relief, das ein das Kreuz tragende Lamm darstellt, ist vermutlich aus einer Kirche, die etwa um 1150 erbaut wurde. Es konnte über alle Kirchen hinweg erhalten werden und ist heute am unteren Eingang zum Turm zu sehen.

Geweiht ist die Kirche dem Heiligen Bartholomäus, einem der zwölf Apostel. Er soll der Legende nach als Missionar in Arabien, Indien und Armenien gewirkt haben. Sein Attribut ist das Schindermesser, mit dem ihm bei seinem Martyrium die Haut abgezogen wurde. Man kann es im Glasfenster im Aufgang zur Empore deutlich erkennen. Er gilt als der Schutzheilige der Metzger und Schäfer, was gut zu Kemnat passt, wo die Schäferei sehr weit zurückreicht.

1674 stiftete Anna Schönhaar, geb. Wart, die Ehefrau des Dorfrichters, ein großes Kruzifix. Dieses wurde nach einer gründlichen Restaurierung in die heutige Kirche übernommen.

Die erste Orgel wurde 1737 angeschafft, ein gebrauchtes Instrument aus Fellbach. Bis dahin war der Gemeindegesang durch die Stimme des Mesners geführt worden. 

1837 wurde der schadhafte Kirchturm abgerissen und durch einen höheren ersetzt, damit man die Glocken im Ort besser hören konnte. Aus dieser Zeit stammt wohl auch der schöne Posaunenengel, der sich wie heute auch mit dem Wind drehte. Beim Abbruch der alten Kirche wurde er herabgenommen und erwies sich als so beschädigt, dass er durch einen neuen ersetzt wurde. Er ist heute im Gemeindehaus zu sehen und man kann gut die Einschusslöcher der Franzosen erkennen, die ihn beim Einmarsch im Jahr 1945 als Zielscheibe verwendet hatten.