Vertonung "dankBar"

 

Jonathan Steinestel, unser Vikar, hat für die erste Ausgabe des Blickwechsels 2021 einen Artikel geschrieben, den er mit "dankBar" betitelt hat.

Teil des Artikels ist folgendes Gedicht, als Reflexion zu Joh 4, das er für uns auch vertont hat:

 

Ich bräuchte eine Tankbar, an der ich abendlich dankbar, auf meinen Tag zurückblicken kann.

Eine Dank-Bar.

Denn wie Sie wissen, kann das Leben echt beschissen sein.

Mehr Schein als Sein und häufig fühle ich mich schwach und klein.

Auf Hochtouren wollte ich hoch Touren.

Mein Herz schlug schnell, am Puls der Zeit.

Zu zweit, zu allem bereit liefen wir gemeinsam los.

Gemeinsam, mit vielen zusammen, fielen wir in uns zusammen.

Auf Trübung folgte Klarheit, die Suche nach Wahrheit ließ uns zusammen auseinandergehen.

Wieder allein.

Ich schaue in mich hinein.

Grundlos verliert sich in der Tiefe des Brunnens mein Blick -- der Abgrund starrt zurück.

Innere Leere gefüllt mit Einsamkeit, Trauer und Schmerz.

Ruhelos mein müdes Herz.

Kein Stecken und Stab trösten mich, 

Anstecken und Grab überschlagen sich.

Ich trage eine Maske und auch Stoff im Gesicht; 

Man blickt mich an und sieht mich doch nicht.

 

Da kommt einer und erzählt:

Du suchst außen, was im Innern dich quält.

Dein Durst hat sich tief in dich hineingegraben.

Du sehnst dich zu Sein und suchst doch im Haben?

Es ist hartnäckig in euren Köpfen, immer wollt ihr selbst neu schöpfen und grabt euch damit

selbst das Wasser ab.

Suchst du, so alleine, nach dem Leben,

Will ich, der All-Eine, es dir geben.

Denn das Wasser, das ich dir geben werde,

ist nicht das Wasser von dieser Erde.

Suchst du wirklich die Quelle des Lebens,

 Suche mich in dir und es ist nicht vergebens.

 Die ich für dich in deinem Herzen trage.

Geh ganz von dir aus, um bei dir anzukommen.

Räume den Selbstzweifel aus, denn du bist angenommen.

Dafür musst du das Hassen verlassen und die Liebe erfassen,

 

Ich habe eine Tankbar, an der ich abendlich dankbar, auf meinen Tag zurückblicken kann.

Eine Dank-Bar, an der ich durchs Danken tanken kann.