07.09.20

Gedanke der Woche: Hilfsbedürftige und Hilfsbereite

Eine letzte Schulferienwoche liegt noch vor uns. Alle sind gespannt, wie regulär es danach weitergeht, auch ich. Gibt es einen heißen Corona-Herbst? Oder sind alle vernünftig genug, die Regeln zu beachten, die dazu führen dass man sich und anderen nicht unnötig ansteckt.
Was ist in solchen Zeiten wichtig? Die Wirtschaft, die Schule, die Künstler oder voll besetzte Gottesdienste? Für diese Woche gibt es einen bekannten Wochenspruch, der über die Jahrhunderte hinweg Christen motiviert hat, sich für Arme und Schwache einzusetzen:
"CHRISTUS SPRICHT: WAS IHR GETAN HABT EINEM VON DIESEN MEINEN GERINGSTEN BRÜDERN, DAS HABT IHR MIR GETAN." Matthäus 25,40b
Jesus identifiziert sich im großen Gleichnis vom Weltgericht mit denen, die krank und schwach sind, zu Unrecht im Gefängnis sind, die heimatlos und fremd sind und Zuflucht suchen. Es liegt ein großer Segen darauf, sich um solche Menschen zu kümmern und in den Hilfsbedürftigen Jesus zu entdecken.
In unserer Gesellschaft fragen sich viele: Wofür braucht es eigentlich Kirche, wofür die Kirchensteuer? Tatsächlich ist Diakonie, der Einsatz für die Schwachen, ein wichtiger und unverzichtbarer Teil von Kirche. In Apostelgeschichte 6,1-7 werden zusätzlich zu den von Jesus berufenen Aposteln Diakone gewählt, die sich in der Jerusalemer Urgemeinde um die Versorgung der Witwen kümmern sollten und ihnen Essen bringen. Neben dem Dienst des Wortes wurde ein Dienst der Tat eingerichtet, und das nicht nur ehrenamtlich, sondern in Vollzeit. Es ist kaum zu überschätzen, was die Diakonie leistet für einzelne Menschen in Not und für die Gesellschaft als Ganzes. Immer noch versucht sie, das Wohl des einzelnen nach Leib und Seele höher zu achten als ökonomische Interessen. Immer noch gibt es unzählige Mitabeiter/innnen in der Diakonie, die von Herzen Gottes Liebe weitergeben wollen und nicht nur einem Job nachgehen. Und jeder, der einem Hilfsbedürtigen begegnet und spontan hilft, handelt genauso im Sinne Jesu. Vielleicht läuft Ihnen ja diese Woche einer über den Weg.
Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Thomas Ebinger