Gedanke der Woche: Dranbleiben an Jesus bringt Neues hervor

Der Psychoanalytiker Fritz Riemann hat einen Klassiker geschrieben, Grundformen der Angst. Er beschreibt darin verschiedene Grundtypen von Menschen nach ihren Ängsten. Während die einen Angst haben vor Veränderung, haben die anderen Angst davor, dass alles so bleibt wie es ist und nichts Neues mehr passiert.
Im Wochenspruch dieser Woche geht es um beides gleichzeitig: "IST JEMAND IN CHRISTUS, SO IST ER EINE NEUE KREATUR; DAS ALTE IST VERGANGEN, SIEHE, NEUES IST GEWORDEN." 2. Kor 5,17
Paulus hat es für sich als radikale Veränderung erlebt, als er Jesus begegnet ist. Gleichzeitig betont er wie alle Autoren des Neuen Testaments, wie wichtig es ist, in Christus zu bleiben. Gerade wenn man schon lange zur christlichen Gemeinde gehört, wenn man schon lange an Jesus glaubt, will man manchmal ausbrechen, etwas Neues ausprobieren.
Das hilft vielleicht ein Vers aus dem Predigttext vom vergangenen Sonntag aus Johannes 15,5 ICH BIN DER WEINSTOCK, IHR SEID DIE REBEN. WER MIT MIR VERBUNDEN BLEIBT SO WIE ICH MIT IHM, BRINGT REICHE FRUCHT. DENN OHNE MICH KÖNNT IHR NICHTS ERREICHEN.
Nur aus der Beständigkeit heraus wächst neue Frucht. Und diese Früchte bringen Freude und Erfüllung – denn letztlich entsteht aus dem Weinstock Wein, der in der Bibel für Lebensfreude und Glück steht, für die Erfahrung der Befreiung. So wie damals in Ägypten, als man endlich der Sklaverei entfliehen konnte.
Auch für uns ergeben sich langsam wieder mehr Freiheiten. Ich freue mich, dass wir wieder zu Gottesdiensten in die Kirche einladen dürfen. Ich freue mich, dass sich die gemeinsame Disziplin ausgezahlt hat und hoffe, dass wir es weiter schaffen, Rücksicht zu nehmen auf die gefährdeten Menschen, egal wie alt sie sind. Ich freue mich, wieder mehr Menschen auf einmal zu sehen und von Angesicht zu Angesicht reden zu können. Das tut unglaublich gut.
Ihr Pfarrer Thomas Ebinger